Navigation & Routenplanung
Mit einem großen Camper ist die kürzeste Route selten automatisch die beste. Enge Gassen, niedrige Durchfahrten, Gewichtsbeschränkungen oder schwierige Zufahrten können eine vermeintlich einfache Strecke schnell kompliziert machen. Wir zeigen, wie wir unterwegs tatsächlich navigieren, warum wir Routen zusätzlich prüfen und welche Tools dabei helfen können.
Warum wir uns nicht blind auf ein Navi verlassen
Unser Chevy ist kein kleiner Van. Mit einem großen und schweren Camper werden Straßenbreite, Durchfahrtshöhe, Gewichtsbeschränkungen, enge Ortsdurchfahrten und schwierige Zufahrten plötzlich deutlich wichtiger.
Spezielle Camper-Navigationsgeräte können Fahrzeugdaten wie Höhe, Breite, Länge oder Gewicht bei der Routenplanung berücksichtigen. Trotzdem bedeutet das nicht, dass jede vorgeschlagene Strecke tatsächlich problemlos befahrbar ist.
- Beschilderung vor Ort geht für uns immer vor der Navi-Anweisung.
- Kritisch aussehende Zufahrten prüfen wir zusätzlich über Google Maps und Street View.
- Bei einem großen Camper nehmen wir lieber einen Umweg als eine fragwürdige Abkürzung.
- Auch spezielle Camper-Navigation ist für uns eine Hilfe — keine Garantie.
Auch ein Camper-Navi kann danebenliegen
Wir hatten früher selbst ein spezielles TomTom für Camper. Höhe und Maße des Campers waren eingegeben — genau deshalb hatten wir erwartet, dass problematische Straßen möglichst vermieden werden.
In Valencia wurden wir trotzdem in enge Gassen geleitet. Dazu kam, dass uns die Navigation teilweise in eine andere Richtung führte als dorthin, wo wir eigentlich hinwollten.
Für uns war das eine ziemlich gute Erinnerung daran, dass auch ein spezielles Camper-Navi nicht weiß, wie eine Straße in diesem Moment tatsächlich aussieht. Kartendaten können unvollständig oder veraltet sein, Straßen können sich ändern und vor Ort gelten letztlich die tatsächliche Beschilderung und die realen Verhältnisse.
Seitdem gilt für uns noch mehr: Navi nutzen — aber bei zweifelhaften Zufahrten lieber einmal zusätzlich auf die Karte und in Street View schauen.
Unser Navigations-Setup unterwegs
Normales Garmin-Navi
Wir selbst nutzen derzeit noch ein normales Garmin und kein spezielles Camper-Navi. Es übernimmt einen Teil unserer normalen Navigation unterwegs.
Google Maps
Maps nutzen wir zusätzlich für die Routenplanung, die Umgebung eines Ziels und um uns vor der Anfahrt einen besseren Überblick zu verschaffen.
Street View
Sieht eine Zufahrt verdächtig eng oder kompliziert aus, schauen wir sie uns nach Möglichkeit vorher in Street View an. Gerade bei unserem großen Camper kann das eine unangenehme Überraschung verhindern.
Stellplatzsuche
Für die Suche nach möglichen Übernachtungsplätzen nutzen wir zusätzlich eine spezialisierte Stellplatz-App und prüfen anschließend Lage und Zufahrt noch einmal selbst.
Wenn du Fahrzeugmaße direkt im Navi hinterlegen möchtest
Garmin Camper 1095
Wir selbst fahren aktuell noch mit einem normalen Garmin, werden aber vermutlich auf dieses hier umsteigen. Wer Höhe, Breite, Länge und Gewicht des Wohnmobils direkt in die Routenplanung einbeziehen möchte, kann stattdessen ein spezielles Camper-Navigationsgerät prüfen.
Eine mögliche Lösung ist das Garmin Camper 1095. Es ist speziell für die Navigation mit Wohnmobilen beziehungsweise Campern konzipiert und kann bei der Routenberechnung hinterlegte Fahrzeugdaten berücksichtigen.
Wichtig bleibt auch hier: Ein spezielles Camper-Navi kann die Planung erleichtern, garantiert aber nicht, dass jede vorgeschlagene Straße tatsächlich für dein Fahrzeug geeignet ist. Unsere frühere Erfahrung mit einem anderen Camper-Navi hat uns genau das gezeigt.
Für wen kann sich das lohnen?
- für größere oder schwerere Wohnmobile
- wenn Fahrzeugmaße bei der Routenplanung berücksichtigt werden sollen
- bei häufigen Reisen durch unbekannte Regionen
- wenn du lieber ein separates Navi statt ausschließlich das Smartphone nutzt
Ob ein separates Camper-Navi den Mehrpreis wert ist, hängt deshalb stark davon ab, wie groß dein Fahrzeug ist und wie du unterwegs navigierst.
Der Link zum Garmin Camper 1095 ist ein Amazon-Affiliate-Link. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir möglicherweise eine Provision — für dich ohne Mehrkosten. Wir selbst nutzen derzeit ein normales Garmin und nicht dieses Camper-Modell.
So planen wir eine Etappe
Ziel festlegen
Zuerst überlegen wir, wie weit wir überhaupt fahren möchten und welches Gebiet beziehungsweise welcher Übernachtungsplatz infrage kommt.
Route ansehen
Danach schauen wir uns die vorgeschlagene Strecke an, statt einfach nur auf „Start“ zu drücken.
Kritische Stellen prüfen
Enge Ortsdurchfahrten, ungewöhnliche Zufahrten oder Straßen, die uns mit dem Chevy fragwürdig erscheinen, prüfen wir zusätzlich über Maps und Street View.
Plan B mitdenken
Gerade bei Übernachtungsplätzen ist eine Alternative hilfreich, falls ein Platz voll, gesperrt oder die Zufahrt für uns ungeeignet ist.
Weitere Apps, die unterwegs nützlich sein können
OsmAnd
Karten- und Navigations-App, die unterwegs auch für GPS-gestützte Touren, Wandern und die Suche nach interessanten Punkten wie Wasserstellen praktisch sein kann.
OsmAnd ansehen →Windy.app
Windinformationen sind unterwegs nicht nur für Wassersport interessant. An Küsten und exponierten Stellplätzen können Windstärke und Wetterentwicklung entscheidend dafür sein, ob wir an einem Ort bleiben möchten.
Windy.app ansehen →Wetter.de
Eine weitere Möglichkeit, Wetterentwicklung und Prognosen für den aktuellen Standort oder das nächste Reiseziel im Blick zu behalten.
Wetter.de App ansehen →Apps sind für uns Ergänzung, nicht Autopilot
Egal ob Navigation, Wetter oder Stellplatzsuche: Informationen in Apps können falsch, unvollständig oder nicht mehr aktuell sein. Bei Zufahrtsbeschränkungen, Verkehrszeichen und der tatsächlichen Situation vor Ort verlassen wir uns deshalb nicht ausschließlich auf eine App.
Du hast eine App oder ein Tool für Reisende?
Du entwickelst eine App oder einen digitalen Service, der für Camper, Langzeitreisende oder ortsunabhängig Lebende interessant sein könnte? Wenn du dein Angebot auf Family Nomads vorstellen oder mit uns zusammenarbeiten möchtest, nimm gerne Kontakt mit uns auf. Wir prüfen vorab, ob das Angebot thematisch zu Family Nomads und unseren Leserinnen und Lesern passt.
Was uns bei der Routenplanung wichtig ist
Kürzer ist nicht immer besser
Eine kürzere Strecke kann mit einem großen Camper deutlich anstrengender sein. Lieber ein paar Kilometer mehr fahren, wenn die Alternative entspannter aussieht.
Möglichst im Hellen ankommen
Eine unbekannte Zufahrt lässt sich bei Tageslicht wesentlich besser einschätzen als nachts. Das gilt besonders bei freien Übernachtungsplätzen.
Nicht nur auf die blaue Linie schauen
Wenn eine Straße auf der Karte merkwürdig aussieht, schauen wir genauer hin. Street View und Satellitenansicht können schon vor der Abfahrt viel zeigen.
Du weißt, wie du hinkommst. Aber darfst du dort auch stehen?
Navigation bringt dich ans Ziel. Unsere Wissensbibliothek geht einen Schritt weiter: mit unseren eigenen Family-Nomads-Produkten rund um Freistehen und Reisen in Europa.
Navigation & Routenplanung mit dem Camper
Brauche ich wirklich ein spezielles Camper-Navi? +
Kann ich mit Google Maps einen Camper navigieren? +
Warum nutzt ihr Street View vor der Anfahrt? +
Ist ein Camper-Navi mit eingegebenen Fahrzeugmaßen zuverlässig? +
Nutzt ihr Offline-Karten? +
Wie findet ihr Übernachtungsplätze? +
Welches Navi nutzt ihr selbst? +
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