
Seit Februar 2024 sind wir mit Oldie unterwegs, und Fozzy von Anfang an mittendrin. Fozzy ist ein Stabijhoun, eine alte niederländische Rasse aus Friesland, etwa kniehoch und mittlerweile 13 Jahre alt. Ein älterer Herr also, der schon einiges gesehen hat.
Unterwegs reist er hinten im Camper mit. Das Fahren selbst findet er nicht immer toll, aber sobald wir stehen, ist er sofort total entspannt. Genau das ist für uns der Rhythmus: Kürzere Etappen, dann Ruhe.
Ein Hund im Camper heißt weniger Spontaneität und mehr Planung, aber auch jemanden, der bei jedem Stopp als Erster aus der Tür springt. Diese Seite ist kein Ratgeber von oben herab. Es ist, was bei uns funktioniert, ehrlich aus dem Alltag.
Am Stellplatz: Sicher draußen
Am Stellplatz nutzen wir einen faltbaren Hundezaun. So kann Fozzy bei uns draußen liegen, ohne dass wir ihn ständig anleinen müssen, und wir haben trotzdem im Blick, dass er nicht einfach loszieht. Beim Freistehen brauchen wir den Zaun übrigens nicht, da hat er ohnehin mehr Platz als auf jedem Campingplatz.

Faltbarer Hundezaun
Unser Sicherheitsnetz am Stellplatz — schnell aufgebaut, schnell wieder verstaut, funktioniert auch auf unebenem Untergrund.
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Drei Dinge, die bei uns wirklich im Einsatz sind:
- 🥣 Faltbarer Reisenapf — platzsparend, schnell raus beim Wandern oder am Rastplatz. → ansehen
- 🛡 Scalibor Halsband — Schutz gegen Zecken und Sandmücken, gerade in Südeuropa (Stichwort Leishmaniose) für uns ein Muss. → ansehen
- 🐕 Faltbarer Hundezaun — siehe oben. → ansehen
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Wo schläft der Hund in Oldie?
Fozzy hat sein Kissen unter dem Tisch. Das ist sein Platz, er kennt ihn, er geht dorthin. Manchmal schläft er auch neben dem Bett oder im Gang, eine feste Regel gibt es nicht. Ein 29-Kilo-Hund braucht etwas Flexibilität, und Oldie hat genug Boden dafür.
Hitze — das Thema im Süden
Fozzy ist ein Nordländer, geboren in Friesland. Regen, Wind und kühle Temperaturen kennt er, der spanische Sommer ist neu für ihn. Bei Hitze lassen wir ihn nie allein im geschlossenen Camper, das ist für uns keine Option: Wenn wir irgendwo hingehen, kommt er mit, oder einer von uns bleibt.
Was hilft, ist ein Vechline-Ventilator, den wir in Oldie eingebaut haben. Der sorgt für Luftzirkulation, ersetzt bei echter Hitze aber keine Kühlung, denn Luft umwälzen und kühlen sind zwei verschiedene Dinge. Deshalb überlegen wir, Fozzys dichtes Fell im Sommer kurz zu scheren.
Achtung
Hunde in geschlossenen Fahrzeugen bei Hitze, das geht schnell tödlich aus. Nicht „kurz“, nicht „im Schatten“. Auch bei 22 Grad kann sich ein Auto in 20 Minuten auf über 40 Grad aufheizen.
Papiere & Gesundheit
Kurz und ehrlich gehalten, damit hier nichts Veraltetes als Gesetz dasteht: Für Reisen innerhalb der EU braucht ein Hund in der Regel einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Einzelne Länder haben Zusatzregeln (z. B. eine Bandwurmbehandlung vor der Einreise). Weil sich solche Vorgaben ändern, verlassen wir uns nicht auf Hörensagen, sondern prüfen vor jedem neuen Land die offiziellen Stellen.
Kontrolliert wurden wir mit Fozzy bisher übrigens noch nie, was natürlich keine Garantie ist, die Papiere haben wir trotzdem immer dabei.
Tollwut-Titer — nur für Nicht-EU-Länder relevant
Innerhalb der EU reicht die gültige Tollwutimpfung im Heimtierausweis, ein Bluttest ist nicht nötig. Anders sieht es aus, wenn man in ein Nicht-EU-Land mit Tollwutrisiko reist, etwa Marokko, Türkei oder Ägypten, und danach zurück in die EU will: Dann ist ein Tollwut-Antikörpertest aus einem EU-zugelassenen Labor nötig. Die Blutabnahme muss mindestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens 3 Monate vor der Einreise erfolgen. Das braucht Vorlauf, also frühzeitig mit dem Tierarzt klären.
Rasselisten — das wissen die wenigsten
Weniger bekannt, aber wichtig: Nicht jeder Hund darf in jeden Staat einreisen. Einige Länder führen Rasselisten mit Verboten oder strengen Auflagen, darunter Frankreich, Deutschland und Dänemark. Wer einen Hund hat, der optisch einem gelisteten Typ ähnelt, sollte Rassedokumente oder den Stammbaum dabei haben und sich vor jedem Land bei den offiziellen Stellen informieren, denn manche Behörden entscheiden nach Augenschein, nicht nach Papieren. Ein Stabijhoun steht auf keiner europäischen Rasseliste, für Fozzy war das nie ein Thema.
Unser erster Tierarztbesuch im Ausland
In Spanien fiel uns auf, dass Fozzys Urin zeitweise rostbraun war, also sind wir zum Tierarzt. Wir kannten niemanden und sprachen kein Spanisch, der Kontakt kam über eine litauische Familie zustande, die mit ihrem Wohnwagen neben uns stand und einen Tierarzt empfehlen konnte.
Was wir vorher gefürchtet hatten, Sprachbarriere und Bürokratie, war völlig unbegründet: Die Tierärztin nutzte einfach Google Translate, so ging es problemlos hin und her. Blutabnahme, Untersuchung und Wurmkur kosteten zusammen 144 Euro. Etwas Kritisches wurde nicht gefunden, weitere Untersuchungen stehen aber noch aus. Später haben wir um die Blutergebnisse gebeten, auch die kamen unkompliziert zugeschickt. Unser Fazit: Ein Tierarzt im Ausland ist kein Grund zur Panik, irgendjemand auf dem Stellplatz kennt fast immer jemanden.
Leishmaniose — das solltest du wissen (wir wussten es nicht)
Ehrlich gesagt wussten wir vorher wenig über Leishmaniose, dabei reisen wir mitten durch das Risikogebiet. Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch Sandmücken (Phlebotomen) übertragen wird. Verbreitet ist sie im Mittelmeerraum, also in Südfrankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und weiteren Ländern.
In den südeuropäischen Endemiegebieten liegt die Seroprävalenz je nach Region und Mückenvorkommen zwischen 1 und 50 Prozent (Quelle: ESCCAP). Tückisch ist die lange Inkubationszeit: Von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren, man merkt also nicht sofort, ob etwas passiert ist. Mehr als die Hälfte der infizierten Hunde bleibt zunächst symptomlos. Die Sandmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv, die Saison reicht etwa von April bis November. Unbehandelt verläuft die Erkrankung oft schwer.
Wir machen aktuell keine spezielle Prophylaxe, das war uns schlicht nicht bewusst. Jetzt, wo wir es wissen, sprechen wir mit unserem Tierarzt darüber. Zur Reduktion des Risikos gibt es repellierende Halsbänder, Spot-on-Präparate und eine Impfung, die eine Infektion nicht verhindert, aber einen schweren Verlauf abschwächen kann.
Scalibor Protectorband
Schützt gegen Sandmücken (Leishmaniose-Überträger) und Zecken, wasserfest und damit auch für Wasserliebhaber wie Fozzy geeignet. Rechtzeitig vor Ankunft im Risikogebiet anlegen, Herstellerangaben und Tierarzt beachten.
Scalibor ansehen →Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas abschließt, erhalten wir ggf. eine kleine Provision — für dich ohne Mehrkosten. Wir empfehlen nur, was wir selbst nutzen.
Hinweis
Wir teilen unsere Erfahrung, keine tierärztliche oder rechtliche Beratung. Für Impfungen, Medikamente, Einreise- und Rasseregeln gilt immer der aktuelle Stand der offiziellen Quellen und deines Tierarztes.
Häufige Fragen
Welche Dokumente brauche ich für meinen Hund in Europa? +
Wann brauche ich eine Tollwut-Titerbestimmung? +
Gibt es Länder, in die mein Hund nicht einreisen darf? +
Was tun, wenn der Hund im Ausland zum Tierarzt muss? +
Was ist Leishmaniose und muss ich meinen Hund schützen? +
Wie schütze ich meinen Hund bei Hitze im Camper? +
Freistehen in Europa — 12 Länder im Vergleich
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