Camperleben

Reisen mit Hund im Camper

Fozzy ist seit dem ersten Tag dabei. Was Reisen mit Hund im Camper bei uns im Alltag bedeutet, was wir dabeihaben und was wir unterwegs über Hitze, Einreisebestimmungen, Tierarztbesuche und Leishmaniose gelernt haben.

✍️ Danni & Family Nomads® ⏱️ ca. 9 Min. Lesezeit
Fozzy gibt Pfötchen
Fozzy — seit dem ersten Tag mit dabei.

Seit Februar 2024 sind wir mit unserem Oldie unterwegs, und Fozzy ist von Anfang an mittendrin. Er ist ein Stabijhoun, eine niederländische Hunderasse aus Friesland, etwa kniehoch und mittlerweile 13 Jahre alt. Ein älterer Herr also, der schon einiges gesehen hat.

Unterwegs reist er hinten im Camper mit. Das Fahren selbst findet er nicht immer toll. Sobald wir stehen, ist er dagegen schnell entspannt. Deshalb passen kürzere Etappen mit ausreichend Pausen gut zu uns.

Mit Hund verändert sich das Reisen. Bei der Wahl eines Platzes, bei Ausflügen, großer Hitze, längeren Fahrten und Grenzübertritten müssen wir Fozzy immer mitdenken. Vieles davon ist inzwischen Routine. Andere Dinge haben wir tatsächlich erst unterwegs gelernt.

Am Stellplatz: sicher draußen

Am Stellplatz nutzen wir einen faltbaren Hundezaun. So kann Fozzy bei uns draußen liegen, ohne dass wir ihn permanent an einer kurzen Leine halten müssen. Gleichzeitig können wir besser verhindern, dass er einfach loszieht, wenn jemand mit Hund vorbeikommt oder auf dem Platz viel Bewegung ist.

Ob wir den Zaun brauchen, hängt stark vom Platz ab. Beim Freistehen ist die Situation häufig anders als auf einem engen Stell- oder Campingplatz. Dort entscheiden wir je nach Umgebung, Verkehr, anderen Menschen und Tieren, wie viel Sicherung notwendig ist.

Fozzy liegt im Hundezaun vor dem Camper
Entspannt draußen liegen — bei Bedarf gesichert durch den faltbaren Zaun.
Bei uns im Einsatz

Faltbarer Hundezaun

Für uns vor allem auf Stell- und Campingplätzen praktisch. Er lässt sich zusammenlegen, relativ schnell aufbauen und gibt Fozzy draußen einen abgegrenzten Bereich.

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Was wir für Fozzy unterwegs dabeihaben

Wir versuchen bei der Hundeausrüstung genauso zu denken wie bei allem im Camper: Sie muss praktisch sein und darf nicht unnötig viel Platz beanspruchen.

  • 🥣 Faltbarer Reisenapf — für Spaziergänge, Ausflüge und längere Fahrten schnell griffbereit. Reisenapf ansehen
  • 🛡️ Schutz gegen Zecken und Sandmücken — gerade bei längeren Aufenthalten in Südeuropa ein Thema, das wir inzwischen deutlich ernster nehmen. Scalibor ansehen
  • 🐕 Faltbarer Hundezaun — vor allem auf Stell- und Campingplätzen praktisch. Hundezaun ansehen

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Fozzy steht zur Abkühlung im Wasser
Abkühlung zwischendurch — Wasser findet Fozzy meistens ziemlich gut.

Wo schläft der Hund im Camper?

Fozzy hat sein Kissen unter dem Tisch. Das ist sein vertrauter Platz und dort liegt er häufig auch tagsüber. Nachts schläft er manchmal dort, manchmal neben dem Bett oder im Gang. Eine starre Regel haben wir daraus nie gemacht.

Mit einem Hund von rund 29 Kilogramm braucht man auf wenigen Quadratmetern etwas Flexibilität. Wichtig ist für uns eher, dass er einen Platz hat, an den er sich zurückziehen kann und an dem nicht ständig jemand über ihn steigen muss.

Hitze im Camper

Fozzy kommt aus Friesland und hat ein dichtes Fell. Mit kühlem Wetter kann er deutlich besser umgehen als mit großer Sommerhitze in Südeuropa. Das beeinflusst unseren Tagesablauf mittlerweile ganz selbstverständlich.

Bei warmem Wetter verlegen wir längere Spaziergänge möglichst in die kühleren Stunden, achten auf Wasser und Schatten und beobachten, wie es ihm geht. Wenn es richtig heiß ist, lassen wir ihn nicht allein im geschlossenen Camper.

In Oldie haben wir einen Vechline-Ventilator zur Luftzirkulation. Das hilft dabei, stehende Luft zu bewegen. Ein Ventilator macht aus einem heißen Fahrzeug allerdings keinen kühlen Raum. Bei hohen Temperaturen müssen wir deshalb anders planen: Fozzy kommt mit oder jemand bleibt bei ihm.

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Hitze im Fahrzeug

Fahrzeuge können sich bei Sonne sehr schnell aufheizen. Ein geöffnetes Fenster, Schatten oder ein Ventilator sind bei hoher Außentemperatur keine verlässliche Absicherung. Wenn es zu warm wird, bleibt Fozzy nicht allein im Camper.

Papiere & Einreisebestimmungen

Für Reisen mit Hund innerhalb der EU gelten gemeinsame Grundregeln. Fozzy ist gechippt, gegen Tollwut geimpft und wir haben seinen EU-Heimtierausweis dabei.

Für einen Hund, der zwischen EU-Ländern reist, gehören grundsätzlich eine gültige Kennzeichnung per Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und der EU-Heimtierausweis zu den zentralen Voraussetzungen. Bei der ersten Tollwutimpfung gilt zudem eine Wartezeit, bevor die Impfung für eine Reise als gültig gilt.

Dazu können länderspezifische Anforderungen kommen. Für die Einreise mit Hund nach Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland ist beispielsweise eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis vorgeschrieben. Sie muss normalerweise 24 bis 120 Stunden vor der Einreise durch einen Tierarzt durchgeführt und dokumentiert werden.

Wir prüfen solche Vorgaben deshalb vor einem Länderwechsel immer noch einmal bei den zuständigen offiziellen Stellen. Dass wir mit Fozzy bisher kaum kontrolliert wurden, spielt dabei keine Rolle — seine Unterlagen reisen trotzdem mit.

Tollwut-Titer bei Reisen außerhalb der EU

Beim Tollwut-Antikörpertest wird es etwas komplizierter. Entscheidend ist nicht allein, dass ein Land außerhalb der EU liegt. Wichtig ist vor allem, aus welchem Drittland der Hund anschließend wieder in die EU einreist.

Für die Einreise aus bestimmten Drittländern verlangt die EU zusätzlich zur gültigen Tollwutimpfung eine Tollwut-Antikörper-Titration. Für andere gelistete Länder gelten erleichterte Bedingungen.

Wenn ein Titer erforderlich ist, darf die Blutprobe frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung genommen werden. Je nach Reisesituation kann außerdem eine dreimonatige Wartefrist vor der Einreise in die EU relevant sein.

Wer mit Hund beispielsweise Europa verlassen möchte, sollte die geplante Route deshalb vor der Abfahrt mit dem Tierarzt und anhand der aktuellen EU-Vorgaben prüfen. Gerade bei längeren Reisen erspart eine rechtzeitig vorbereitete Titerbestimmung später Probleme bei der Rückkehr.

Rasselisten und nationale Hundegesetze

Zusätzlich zu den veterinärrechtlichen Einreisebestimmungen haben einzelne Länder eigene Vorschriften für bestimmte Hunderassen oder Hundetypen. Diese Regeln sind innerhalb Europas nicht einheitlich.

Dänemark verbietet beispielsweise die Haltung und Einreise bestimmter Rassen und ihrer Kreuzungen; das gilt auch für Touristen. Frankreich unterscheidet sogenannte Hunde der Kategorie 1 und 2 und knüpft daran unterschiedliche Anforderungen. Deutschland hat ebenfalls bundesrechtliche Beschränkungen für bestimmte Rassen, sieht aber unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vor, unter anderem für kurzfristige Aufenthalte von Touristen.

Wer mit einem Hund reist, der unter eine solche Regelung fallen könnte, sollte deshalb das konkrete Reiseland prüfen und vorhandene Abstammungs- oder Rassedokumente mitführen. Für Fozzy war dieses Thema auf unseren bisherigen Reisen kein Problem.

Unser erster Tierarztbesuch im Ausland

In Spanien fiel uns auf, dass Fozzys Urin zeitweise rostbraun war. Damit wollten wir nicht einfach weiterreisen und sind zum Tierarzt gegangen.

Wir kannten vor Ort keine Praxis und sprechen nicht ausreichend Spanisch für ein Tierarztgespräch. Der Kontakt kam schließlich über eine litauische Familie zustande, die mit ihrem Wohnwagen neben uns stand und uns eine Tierärztin empfehlen konnte.

Die Sprachbarriere war am Ende wesentlich unkomplizierter als gedacht. Die Tierärztin nutzte Google Translate und wir konnten die wichtigsten Dinge problemlos klären. Blutabnahme, Untersuchung und Wurmkur kosteten zusammen 144 Euro. Die Ergebnisse bekamen wir später ebenfalls zugeschickt.

Seitdem sehen wir Tierarztbesuche im Ausland deutlich entspannter. Für uns hat sich vor allem bewährt, vor Ort nach Empfehlungen zu fragen und bei Sprachproblemen Übersetzungsapps ganz selbstverständlich zu nutzen.

Leishmaniose: ein Thema, das wir unterschätzt haben

Bevor wir längere Zeit im Süden Europas verbracht haben, wussten wir erstaunlich wenig über Leishmaniose. Dabei gehört sie zu den Krankheiten, mit denen sich Hundehalter bei Reisen in den Mittelmeerraum beschäftigen sollten.

Die Erkrankung wird durch Sandmücken übertragen. Das Risiko ist innerhalb Europas regional sehr unterschiedlich. Endemiegebiete liegen vor allem im Süden Europas, unter anderem in Teilen Spaniens, Portugals, Frankreichs, Italiens und Griechenlands.

Nach Angaben von ESCCAP sind Sandmücken in südeuropäischen Endemiegebieten typischerweise während der wärmeren Monate aktiv. Als grobe Risikosaison wird häufig der Zeitraum von April bis November genannt; in besonders warmen Regionen kann ein Schutz auch darüber hinaus sinnvoll sein.

Für gefährdete Hunde empfiehlt ESCCAP repellierende Präparate, die Sandmücken möglichst vom Blutsaugen abhalten. Welche Lösung für einen bestimmten Hund geeignet ist, sollte mit dem Tierarzt geklärt werden. Je nach Hund und Reisesituation kommen beispielsweise entsprechende Halsbänder oder Spot-on-Präparate infrage.

Eine Impfung gegen canine Leishmaniose kann ebenfalls Teil eines Präventionskonzepts sein. Sie ersetzt den Schutz vor Sandmücken nicht. Das Thema war uns am Anfang unserer Reisen nicht ausreichend bewusst. Inzwischen gehört es für uns zur Reisevorbereitung, wenn wir längere Zeit in Risikogebieten verbringen.

Sandmückenschutz

Scalibor Protectorband

Scalibor enthält Deltamethrin und besitzt eine repellierende Wirkung gegen bestimmte Sandmücken sowie eine Wirkung gegen Zecken. Die genaue Wirkdauer hängt von der Produktvariante und der jeweiligen Zulassung ab. Deshalb immer die aktuelle Packungsbeilage beachten und bei Unsicherheit den Tierarzt fragen.

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Hinweis

Wir teilen hier unsere Erfahrungen und unsere Recherche. Das ersetzt weder tierärztliche Beratung noch eine Prüfung der aktuellen Einreise- und Hundegesetze. Bei Impfungen, Parasitenprophylaxe und Medikamenten ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Reisebestimmungen prüfen wir zusätzlich bei den zuständigen Behörden des jeweiligen Landes.

Häufige Fragen zum Reisen mit Hund

Welche Dokumente brauche ich für meinen Hund innerhalb der EU? +
Für Reisen zwischen EU-Ländern gehören grundsätzlich Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis zu den zentralen Voraussetzungen. Einzelne Reiseziele haben zusätzliche Anforderungen. Für Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland ist bei Hunden beispielsweise eine dokumentierte Behandlung gegen Echinococcus multilocularis vorgeschrieben.
Wann brauche ich eine Tollwut-Titerbestimmung? +
Innerhalb der EU normalerweise nicht. Relevant kann die Titerbestimmung werden, wenn du mit deinem Hund in ein Drittland reist und anschließend wieder in die EU einreisen möchtest. Ob sie erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Drittland ab. Ist ein Test erforderlich, darf die Blutprobe frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung genommen werden.
Gibt es in Europa besondere Regeln für bestimmte Hunderassen? +
Ja. Einige Länder haben eigene Vorschriften für bestimmte Rassen oder Hundetypen. Dänemark verbietet beispielsweise mehrere Rassen und deren Kreuzungen auch für Touristen. Frankreich arbeitet mit zwei Kategorien, Deutschland hat ebenfalls besondere Regelungen und Ausnahmen. Deshalb immer das konkrete Reiseland prüfen.
Was tun, wenn mein Hund im Ausland zum Tierarzt muss? +
Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, vor Ort andere Camper nach Empfehlungen zu fragen. Sprachprobleme ließen sich bei unserem ersten Tierarztbesuch in Spanien mit Google Translate lösen. Wichtige Befunde und Rechnungen lassen wir uns möglichst mitgeben oder digital zusenden.
Was ist Leishmaniose? +
Leishmaniose ist eine durch Sandmücken übertragene Infektionskrankheit, die unter anderem im Mittelmeerraum vorkommt. Wer mit Hund längere Zeit in Südeuropa verbringt, sollte mit dem Tierarzt über einen geeigneten Schutz gegen Sandmücken sprechen.
Wie schützen wir Fozzy bei Hitze im Camper? +
Wir planen Spaziergänge möglichst in kühlere Tageszeiten, sorgen für Wasser und Schatten und beobachten ihn genau. Bei großer Hitze lassen wir ihn nicht allein im geschlossenen Camper. Unser Ventilator sorgt für Luftbewegung, ersetzt aber keine wirkliche Abkühlung.
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