Seit Februar 2024 sind wir mit unserem Oldie unterwegs, und Fozzy ist von Anfang an mittendrin. Er ist ein Stabijhoun, eine niederländische Hunderasse aus Friesland, etwa kniehoch und mittlerweile 13 Jahre alt. Ein älterer Herr also, der schon einiges gesehen hat.
Unterwegs reist er hinten im Camper mit. Das Fahren selbst findet er nicht immer toll. Sobald wir stehen, ist er dagegen schnell entspannt. Deshalb passen kürzere Etappen mit ausreichend Pausen gut zu uns.
Mit Hund verändert sich das Reisen. Bei der Wahl eines Platzes, bei Ausflügen, großer Hitze, längeren Fahrten und Grenzübertritten müssen wir Fozzy immer mitdenken. Vieles davon ist inzwischen Routine. Andere Dinge haben wir tatsächlich erst unterwegs gelernt.
Am Stellplatz: sicher draußen
Am Stellplatz nutzen wir einen faltbaren Hundezaun. So kann Fozzy bei uns draußen liegen, ohne dass wir ihn permanent an einer kurzen Leine halten müssen. Gleichzeitig können wir besser verhindern, dass er einfach loszieht, wenn jemand mit Hund vorbeikommt oder auf dem Platz viel Bewegung ist.
Ob wir den Zaun brauchen, hängt stark vom Platz ab. Beim Freistehen ist die Situation häufig anders als auf einem engen Stell- oder Campingplatz. Dort entscheiden wir je nach Umgebung, Verkehr, anderen Menschen und Tieren, wie viel Sicherung notwendig ist.
Faltbarer Hundezaun
Für uns vor allem auf Stell- und Campingplätzen praktisch. Er lässt sich zusammenlegen, relativ schnell aufbauen und gibt Fozzy draußen einen abgegrenzten Bereich.
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Wir versuchen bei der Hundeausrüstung genauso zu denken wie bei allem im Camper: Sie muss praktisch sein und darf nicht unnötig viel Platz beanspruchen.
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Wo schläft der Hund im Camper?
Fozzy hat sein Kissen unter dem Tisch. Das ist sein vertrauter Platz und dort liegt er häufig auch tagsüber. Nachts schläft er manchmal dort, manchmal neben dem Bett oder im Gang. Eine starre Regel haben wir daraus nie gemacht.
Mit einem Hund von rund 29 Kilogramm braucht man auf wenigen Quadratmetern etwas Flexibilität. Wichtig ist für uns eher, dass er einen Platz hat, an den er sich zurückziehen kann und an dem nicht ständig jemand über ihn steigen muss.
Hitze im Camper
Fozzy kommt aus Friesland und hat ein dichtes Fell. Mit kühlem Wetter kann er deutlich besser umgehen als mit großer Sommerhitze in Südeuropa. Das beeinflusst unseren Tagesablauf mittlerweile ganz selbstverständlich.
Bei warmem Wetter verlegen wir längere Spaziergänge möglichst in die kühleren Stunden, achten auf Wasser und Schatten und beobachten, wie es ihm geht. Wenn es richtig heiß ist, lassen wir ihn nicht allein im geschlossenen Camper.
In Oldie haben wir einen Vechline-Ventilator zur Luftzirkulation. Das hilft dabei, stehende Luft zu bewegen. Ein Ventilator macht aus einem heißen Fahrzeug allerdings keinen kühlen Raum. Bei hohen Temperaturen müssen wir deshalb anders planen: Fozzy kommt mit oder jemand bleibt bei ihm.
Hitze im Fahrzeug
Fahrzeuge können sich bei Sonne sehr schnell aufheizen. Ein geöffnetes Fenster, Schatten oder ein Ventilator sind bei hoher Außentemperatur keine verlässliche Absicherung. Wenn es zu warm wird, bleibt Fozzy nicht allein im Camper.
Papiere & Einreisebestimmungen
Für Reisen mit Hund innerhalb der EU gelten gemeinsame Grundregeln. Fozzy ist gechippt, gegen Tollwut geimpft und wir haben seinen EU-Heimtierausweis dabei.
Für einen Hund, der zwischen EU-Ländern reist, gehören grundsätzlich eine gültige Kennzeichnung per Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und der EU-Heimtierausweis zu den zentralen Voraussetzungen. Bei der ersten Tollwutimpfung gilt zudem eine Wartezeit, bevor die Impfung für eine Reise als gültig gilt.
Dazu können länderspezifische Anforderungen kommen. Für die Einreise mit Hund nach Finnland, Irland, Malta, Norwegen und Nordirland ist beispielsweise eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis vorgeschrieben. Sie muss normalerweise 24 bis 120 Stunden vor der Einreise durch einen Tierarzt durchgeführt und dokumentiert werden.
Wir prüfen solche Vorgaben deshalb vor einem Länderwechsel immer noch einmal bei den zuständigen offiziellen Stellen. Dass wir mit Fozzy bisher kaum kontrolliert wurden, spielt dabei keine Rolle — seine Unterlagen reisen trotzdem mit.
Tollwut-Titer bei Reisen außerhalb der EU
Beim Tollwut-Antikörpertest wird es etwas komplizierter. Entscheidend ist nicht allein, dass ein Land außerhalb der EU liegt. Wichtig ist vor allem, aus welchem Drittland der Hund anschließend wieder in die EU einreist.
Für die Einreise aus bestimmten Drittländern verlangt die EU zusätzlich zur gültigen Tollwutimpfung eine Tollwut-Antikörper-Titration. Für andere gelistete Länder gelten erleichterte Bedingungen.
Wenn ein Titer erforderlich ist, darf die Blutprobe frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung genommen werden. Je nach Reisesituation kann außerdem eine dreimonatige Wartefrist vor der Einreise in die EU relevant sein.
Wer mit Hund beispielsweise Europa verlassen möchte, sollte die geplante Route deshalb vor der Abfahrt mit dem Tierarzt und anhand der aktuellen EU-Vorgaben prüfen. Gerade bei längeren Reisen erspart eine rechtzeitig vorbereitete Titerbestimmung später Probleme bei der Rückkehr.
Rasselisten und nationale Hundegesetze
Zusätzlich zu den veterinärrechtlichen Einreisebestimmungen haben einzelne Länder eigene Vorschriften für bestimmte Hunderassen oder Hundetypen. Diese Regeln sind innerhalb Europas nicht einheitlich.
Dänemark verbietet beispielsweise die Haltung und Einreise bestimmter Rassen und ihrer Kreuzungen; das gilt auch für Touristen. Frankreich unterscheidet sogenannte Hunde der Kategorie 1 und 2 und knüpft daran unterschiedliche Anforderungen. Deutschland hat ebenfalls bundesrechtliche Beschränkungen für bestimmte Rassen, sieht aber unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vor, unter anderem für kurzfristige Aufenthalte von Touristen.
Wer mit einem Hund reist, der unter eine solche Regelung fallen könnte, sollte deshalb das konkrete Reiseland prüfen und vorhandene Abstammungs- oder Rassedokumente mitführen. Für Fozzy war dieses Thema auf unseren bisherigen Reisen kein Problem.
Unser erster Tierarztbesuch im Ausland
In Spanien fiel uns auf, dass Fozzys Urin zeitweise rostbraun war. Damit wollten wir nicht einfach weiterreisen und sind zum Tierarzt gegangen.
Wir kannten vor Ort keine Praxis und sprechen nicht ausreichend Spanisch für ein Tierarztgespräch. Der Kontakt kam schließlich über eine litauische Familie zustande, die mit ihrem Wohnwagen neben uns stand und uns eine Tierärztin empfehlen konnte.
Die Sprachbarriere war am Ende wesentlich unkomplizierter als gedacht. Die Tierärztin nutzte Google Translate und wir konnten die wichtigsten Dinge problemlos klären. Blutabnahme, Untersuchung und Wurmkur kosteten zusammen 144 Euro. Die Ergebnisse bekamen wir später ebenfalls zugeschickt.
Seitdem sehen wir Tierarztbesuche im Ausland deutlich entspannter. Für uns hat sich vor allem bewährt, vor Ort nach Empfehlungen zu fragen und bei Sprachproblemen Übersetzungsapps ganz selbstverständlich zu nutzen.
Leishmaniose: ein Thema, das wir unterschätzt haben
Bevor wir längere Zeit im Süden Europas verbracht haben, wussten wir erstaunlich wenig über Leishmaniose. Dabei gehört sie zu den Krankheiten, mit denen sich Hundehalter bei Reisen in den Mittelmeerraum beschäftigen sollten.
Die Erkrankung wird durch Sandmücken übertragen. Das Risiko ist innerhalb Europas regional sehr unterschiedlich. Endemiegebiete liegen vor allem im Süden Europas, unter anderem in Teilen Spaniens, Portugals, Frankreichs, Italiens und Griechenlands.
Nach Angaben von ESCCAP sind Sandmücken in südeuropäischen Endemiegebieten typischerweise während der wärmeren Monate aktiv. Als grobe Risikosaison wird häufig der Zeitraum von April bis November genannt; in besonders warmen Regionen kann ein Schutz auch darüber hinaus sinnvoll sein.
Für gefährdete Hunde empfiehlt ESCCAP repellierende Präparate, die Sandmücken möglichst vom Blutsaugen abhalten. Welche Lösung für einen bestimmten Hund geeignet ist, sollte mit dem Tierarzt geklärt werden. Je nach Hund und Reisesituation kommen beispielsweise entsprechende Halsbänder oder Spot-on-Präparate infrage.
Eine Impfung gegen canine Leishmaniose kann ebenfalls Teil eines Präventionskonzepts sein. Sie ersetzt den Schutz vor Sandmücken nicht. Das Thema war uns am Anfang unserer Reisen nicht ausreichend bewusst. Inzwischen gehört es für uns zur Reisevorbereitung, wenn wir längere Zeit in Risikogebieten verbringen.
Scalibor Protectorband
Scalibor enthält Deltamethrin und besitzt eine repellierende Wirkung gegen bestimmte Sandmücken sowie eine Wirkung gegen Zecken. Die genaue Wirkdauer hängt von der Produktvariante und der jeweiligen Zulassung ab. Deshalb immer die aktuelle Packungsbeilage beachten und bei Unsicherheit den Tierarzt fragen.
Scalibor ansehen →Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, können wir eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht. Bei Produkten für Tiere prüfen wir zusätzlich immer, ob sie für Fozzy und unsere konkrete Reisesituation passen.
Hinweis
Wir teilen hier unsere Erfahrungen und unsere Recherche. Das ersetzt weder tierärztliche Beratung noch eine Prüfung der aktuellen Einreise- und Hundegesetze. Bei Impfungen, Parasitenprophylaxe und Medikamenten ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Reisebestimmungen prüfen wir zusätzlich bei den zuständigen Behörden des jeweiligen Landes.
Häufige Fragen zum Reisen mit Hund
Welche Dokumente brauche ich für meinen Hund innerhalb der EU? +
Wann brauche ich eine Tollwut-Titerbestimmung? +
Gibt es in Europa besondere Regeln für bestimmte Hunderassen? +
Was tun, wenn mein Hund im Ausland zum Tierarzt muss? +
Was ist Leishmaniose? +
Wie schützen wir Fozzy bei Hitze im Camper? +
Quellen & offizielle Informationen
- Europäische Union — Reisen mit Haustieren
- Europäische Kommission — Reisen mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU
- ESCCAP — Parasiten und vektorübertragene Erkrankungen bei Hund und Katze
- Frankreich — Regeln für Hunde der Kategorien 1 und 2
- Deutscher Zoll — Verbringung und Einfuhr bestimmter Hunde
- Dänemark — offizielle Regeln zu verbotenen Hunderassen
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